Geschichte der Feuerwehr Munderkingen
1863 bis 1900
Die Basis, aus der sich die Freiwillige Feuerwehr entwickelte, war der Turnverein. In Munderkingen hatten die Feuerlöscheinrichtungen bei verschiedenen Bränden wesentliche Mängel gezeigt. Da fasste im Jahr 1862 der amtierende Stadtschultheiß Karl Josef von Schmid eine verbesserte Organisation des Löschwesens ins Auge und zwar auf der Grundlage von Pflicht und Freiwilligkeit.
Am 09. Juli 1863 (Gemeindeprotokoll) nahm die Ausführung des Gedankens feste Gestalt an. Es solle sofort eine Feuerwehr im Sinne der modernen Organisation auf Kosten der Stadtkasse errichtet werden. Hierfür wurden 600 Gulden bewilligt. Einstimmig wurde vom Gemeinderat Anton Mohn zum 1. Kommandanten der neuen Feuerwehr gewählt. Dieser hatte die Aufgabe mit dem Stadtvorstand und dem Obmann des Bürgerausschusses, Wagner Burger, und Posthalter Maier die Organisation ohne Verzug vorzunehmen. Am 24. Juli 1863 wurden die neuen Statuten genehmigt und am 26. Juli 1863 erfolgte die Publikation der neuen Feuerwehrorganisation. Die Gliederung der Wehr, die nach militärischen Grundsätzen übte, war:
1 Kommandant
1 Adjutant
1 Leiter der Spritzen und Zubringer
1 Leiter der Rettungsmannschaft
1 Leiter der Wachmannschaft
I. Rotte:
1 Spritzenmeister
1 Rottenmeister
47 Personen, eingeteilt für Feuerhaken, Spritze und Löschmannschaft
II. Rotte:
1 Spritzenmeister
1 Rottenmeister
48 Personen, eingeteilt zur Spritze und als Löschmannschaft
Wachmannschaft:
158 Personen
Dies bedeutete somit eine Gesamtstärke von 262 Personen. Als Ausrüstung hatte die Feuerwehr 1 Hydrophor, 3 fahrbare Spritzen, 1 tragbare Spritze, 5 Hakenleitern, 3 Schlauchwagen sowie zahlreiche Feuerhacken und Feuereimer.
Am 13. August 1863 fand die Vereidigung des Kommandanten und der Offiziere statt. Den Amtseid leisteten:
Kommandant Anton Mohn
Adjutant Willauer
Wagner Burger als Steigerleutnant
Feilenhauer Neher als Leiter der Spritzen und Zubringer
Stadtrat Lutz als Leiter der Rettungsmannschaft
Wilhelm Braunger als Leiter der Wachmannschaft
Bereits am 24.September 1863 wurde eine Hydrophormannschaft als notwendig erachtet und beschlossen. Die Leitung hatten der Stadtrat Fidel Doll und sein Stellvertreter Goldarbeiter Melber. Außerdem wurde beschlossen, alle körperlich tüchtigen über 20 Jahre alten Söhne hiesiger Bürger und Ortseinwohner zur Brandbekämpfung herbeizuziehen (Gemeindeprotokoll).
Am 7. September 1863 fand in Stuttgart der 1. württembergische Landesfeuerwehrtag statt. 2500 Feuerwehrmänner feierten an diesem Tag auch die Gründung des württembergischen Landesfeuerwehrverbandes. Mit dabei waren auch 3 Feuerwehrmänner aus Munderkingen, die auf Stadtkosten nach Stuttgart beordert wurden. Im gleichen Jahr wurden noch 3 neue Handspritzen und Schläuche angeschafft.
Im Jahr 1864 wurde das Gerätemagazin der Feuerwehr ins Rathaus verlegt.

Landesfeuerwehrinspektor Friedrich Grosmann machte im Jahre 1880 eine Visitation der Feuerwehr Munderkingen. Er verlangte neben vielen Ergänzungen der Löschgeräte auch die Anschaffung einer neuen Saugspritze (Gemeinderatsprotokoll 22.07.1881). Der Gemeinderat beschloss die Ergänzungen sofort anzuschaffen, aber die Saugspritze ein wenig hinauszuzögern.
Am 16. Juli 1882 fand in Munderkingen der VIII. Oberschwäbische Feuerwehrtag statt, zu dem auch der Landesfeuerwehrinspektor Grosmann kam. Bei einer Schauübung zeigte die Feuerwehr Munderkingen ihr Können. Diese guten Leistungen bei der Übung fanden auch im Gemeinderatsprotokoll vom 30.10.1882 ihre Anerkennung. Es wurde dort beschlossen: „Zur Erhaltung der Tüchtigkeit der hiesigen Feuerwehr ein Lokalfeuerlöschstatut zu schaffen.“ Am 3. Dezember 1882 wurde die veröffentlicht und auf Grund dieser neuen Statuten fanden am 08. Dezember 1882 die Neuwahlen sämtlicher Offiziere statt. Es wurden gewählt:
- Guiloume Grellet zum Kommandanten
- Albert Forthuber zum Adjutanten
- Karl Wicker zum Leutnant des Steigercorps
- Josef Frankenhauser, Schlosser zum Leutnant der Hydrophormannschaft
- Fidel Doll jun, Kaufmann zum Leutnant der 1. Spritzenmannschaft
- Emeran Schürer, Maurermeister zum Leutnant der 2. Spritzenmannschaft
- Adolf Edel, Kaufmann zum Leutnant der Rettungsmannschaft
- Batholomä Frey zum Leutnant der Wachmannschaft
- Karl Braunger, Kaufmann zum Kassier
- Moritz Jopp, Geometer zum Geräteverwalter
Am 23. September 1888 wurde die Feuerwehr Munderkingen 25 Jahre alt und hielt eine Jubiläumsfeier ab.
Das Jahr 1889 brachte für die hiesige Feuerwehr einige Änderungen. Auf Grund der Landesfeuerlöschordnung wurde die Änderung der Lokalfeuerlöschordnung notwendig. Die Feuerwehr Munderkingen teilt sich nun in 4 Korps mit verschiedenen Zügen auf und gliedert sich in einen Stab mit Kommandant Wilhelm Fischer und dessen Adjutanten Moritz Jopp. Dazu zählen noch:
Geräteverwalter Xaver Braunger
Kassier Karl Braunger
Fahnenträger Jodok Bader
Hornisten B. John, Ph. John, R. John und Konrad Mohn
2 Trommler
Diener Rudolf Frey und Brunnenmeister Max Traub
I. Korps (Steiger-Korps)
1 Hauptmann
3 Zugführer
1. Zug mit 20 Mann
2. Zug mit 14 Mann
3. Zug mit 9 Mann
II: Korps (Spritzenmannschaft)
1 Hauptmann
4 Zugführer
1. Zug mit 25 Mann
2. Zug mit 25 Mann
3. Zug mit 25 Mann
4. Zug mit 20 Mann
III: Korps (Hydrophor und Schlauchmannschaft)
1 Hauptmann
4 Zugführer
1. Zug mit 25 Mann
2. Zug mit 25 Mann
3. Zug mit 25 Mann
4. Zug mit 20 Mann
IV: Korps (Fluchtungs- und Wachmannschaft)
1 Hauptmann
2 Zugführer
1. Zug mit 20 Mann
2. Zug mit 12 Mann
Im Jahre 1897 wünschte sich die Feuerwehr eine Fahne, denn die bis dahin mitbenützte Fahne des Bürgermilitärs war so defekt, dass ich eine Reparatur nicht mehr lohnte. Auch Spenden aus der Bürgerschaft ermöglichten den Kauf einer Fahne. Den Entwurf für die Fahne machte der Kommandant Fischer selbst, die Schlosserarbeiten erledigte der Schlosser Frankenhauser und die Fahne selbst wurde von den Geschwistern Burger aus Munderkingen gefertigt.


1899 erfolgte unter der Führung von Kdt. Fischer die Umorganisation der Pflichtfeuerwehr in eine Freiwillige Feuerwehr. Aus Kostengründen wurde der Mannschaftsbestand auf 111 Mann herabgesetzt. Die Aufteilung und Einteilung wurde vom Gemeinderat für gut geheißen und beschlossen. Die Feuerwehr gliedert sich nun wie folgt:
Stab
1 Kommandant
1 Adjutant
1 Kassier
1 Geräteverwalter
1 Diener
II. Steigerkompanie
1 Hauptmann
4 Leutnants
4 Obersteiger
6 Hornisten
48 Steiger
III. Hydrantenkompanie
Zug: 1 Hauptmann
1 Leutnant
3 Unteroffiziere
18 Mann
2. Zug: 1 Leutnant
1 Unteroffizier
18 Mann
1900 – 1933
Am 07. Juni 1900 besuchte Landesfeuerlöschinspektor Kleber die umorganisierte Feuerwehr und war voller Lob und Anerkennung. Bei der Korpsversammlung am 25. Mai 1902 wurde Moritz Jopp zum Kommandanten und Christian Braun zum Adjutanten gewählt. Beide legten jedoch 1905 ihre Ämter nieder. So fand dann am 19. März 1905 wieder eine Wahl statt. Nach mahnenden Worten des ehemaligen Kdt. Jopps nur die Besten und Würdigsten zu wählen, lautete dann das Wahlergebnis nach 3 Stunden so:
Kommandant: Gilbert Most, Stadtbaumeister
Adjutant: Carl Blank, Brauereibesitzer
Kassier: Wilhelm Rapp
Diener: Jakob Bader
Nachdem sich die Landesfeuerlöschordnung wiederum geändert hatte, legt Kdt. Most in Zusammenarbeit mit dem Verwaltungsrat bei der Korpsversammlung im Jahre 1913 ein neues Statut der Freiwilligen Feuerwehr vor. Diese wurde von der Korpsversammlung am 09.02.1913 beschlossen. Der Gemeinderat erteilte die Zustimmung am 09.03.1913 und das königliche Oberamt Ehingen am 27.03.1913.
Am Sonntag, den 06. Juli 1913 feierte die Feuerwehr Munderkingen ihr 50-jähriges Bestehen mit einem großen Fest.
Da eine große Zahl von Feuerwehrleuten in den 1. Weltkrieg ziehen mussten, erließ der Kommandant und die Stadtverwaltung immer wieder einen Aufruf zum freiwilligen Eintritt in die Feuerwehr. Durch die immer wieder neuen Einberufungen war es oft schwer, den Leistungsstand und die Einsatzfähigkeit zu halten.
Nach dem Krieg trat Kdt. Most nach 38 Jahren Dienst bei der Feuerwehr von seinem Amt zurück. Die Neuwahlen sämtlicher Offiziere fand am 09.03.1919 im unteren Hechtsaale bei der Korpsversammlung statt. Brauereibesitzer Carl Blank wurde mit 60 Stimmen zum Kommandanten und Sattlermeister Max Ertle zum Adjutanten gewählt. Max Ertle blieb jedoch nur kurz im Amt. Nach dessen Rücktritt wurde Karl Hirschle zum Adjutanten gewählt. Zum Kassier und Geräteverwalter wurde Karl Selzle gewählt.
16 Jahre lang führe Kdt. Blank die Wehr in vorbildlicher Weise. In seine Amtszeit fiel auch die Gründung des Bezirksfeuerwehrverbandes dessen 2. Vorsitzender er bis 1927 war. In dieser Zeit wurde erstmals ein Brandhilfsverband veröffentlicht. Die Feuerwehren der einzelnen Gemeinden haben sich darin verpflichtet, gegenseitig Hilfe zu leisten. Am 30. Mai 1927 wurde Blank sogar zum 1. Vorsitzenden des Bezirksfeuerwehrverbandes gewählt.
In einer Verwaltungsratsitzung am 22. März 1935 erklärte Kdt. Blank nach 40 jähriger Tätigkeit aus Altersgründen seinen Rücktritt. Auch Adjutant Karl Hirschle trat zurück
1933 -1945
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde auch die Feuerwehr Munderkingen gleichgeschaltet. Durch das Gesetz über das Feuerlöschwesen in Preußen, das am 01. Januar 1934 in Kraft trat, wurden die Wahlen abgeschafft. Der Kommandant wird zukünftig ernannt. So wurde am 01. April 1935 Schuhmachermeister Max Sauter zum Wehrführer und Franz Dangel zum Stellvertreter ernannt.
Um nicht eine Feuerwehr 3. Grades zu werden, erhielt die Feuerwehr Munderkingen im April 1936 eine Kleinmotorspritze, genannt Goliath II von der Firma Magirus. Damit war die Grundlage zur Gründung eines selbstständigen Löschzuges geschaffen. Die Feuerwehr Munderkingen wurde in 2 Löschzüge eingeteilt. Die Gesamtstärke einschließlich Führer betrug nun 72 Mann.
Der Löschzug I bestand aus der Motorspritze, einem Schlauch- und Hydrantenwagen, der kleinen mechanischen Leiter und einem Gerätewagen mit Steckleitern.
Der Löschzug II bestand aus der Handdruckspritze, 2 Hydrantenwagen und der großen mechanischen Leiter.
Angegliedert an die Feuerwehr Munderkingen wurde die bisherige selbstständige Pflichtfeuerwehr Algershofen, bestehend aus 12 Mann.
Da nach dem neuen Reichsfeuerlöschgesetz ein jeder zum Einheitsfeuerwehrmann ausgebildet werden musste, wurde die Wachmannschaft aufgelöst. Sie musste dann wie die Hornisten aktiven Dienst machen.
Bei der Hauptübung am 16. Oktober 1936 trat die Feuerwehr Munderkingen in der Neugliederung an die Öffentlichkeit. Die Führer einschließlich Löschmeister stellten die neue einheitliche Uniform der Öffentlichkeit vor.

Durch die Einrichtung einer Feuerwehrschule durch den Landesfeuerwehrverband wurde ein wichtiges Instrument der Feuerwehren geschaffen. Am Sonntag, den 09. Mai 1937 um 20 Uhr konnte der Württ. Landesbranddirektor Oberbaurat Zimmermann in Bad Boll bei Göppingen 38 Feuerwehrkameraden als Teilnehmer des ersten Lehrgangs der Württ. Landesfeuerwehrschule begrüßen. Unter den ersten 38 Teilnehmer war auch der Munderkinger Wehrführer Max Sauter.

Im Jahre 1939 wurde die Wehr als Hilfspolizei eingesetzt. Auch in den Jahren 1939 bis 1945 war die Feuerwehr Munderkingen bei der Brandbekämpfung als auch kameradschaftlich eine der besten Wehren in Oberschwaben. Dabei waren die Löschzüge, bestehend aus lauter in der Stadtmitte wohnenden Kameraden, eine schlagkräftige und vor allem sehr schnelle Wehr. Dies bezeugen einige Dankesschreiben der hier ansässigen Geschäftsleute und Firmen.
Nach dem Ausscheiden von Kdt. Max Sauter ging das Kommando an Robert Neff über. Und schon bald wurde es bei der Feuerwehr militärisch. Bei jeder Übung wurde angetreten, der Größe nach und zugweise. Beim Erscheinen des Wehrführers wurde „Stillgestanden“ und zur Meldung „die Augen rechts“ befohlen.
Als im September 1939 der Krieg ausbrach, mussten innerhalb weniger Stunden viele junge Feuerwehrmänner einrücken. Für die Feuerwehr wurden ältere Kameraden dienstverpflichtet. Wie für die Bevölkerung waren es auch für die Feuerwehr 6 lange und harte Jahre. Unzählige Stunden verbrachten die Feuerwehrleute im Luftschutzbüro innerhalb des Rathauses. Oft war es nur ein Feuerwehrmann und 2 Luftschutzhelfer, die bei Fliegeralarm den vorgegeben Standort besetzten. Als die feindlichen Jabos die Stadt Ulm überflogen und jedes Mal einige Brandbomben abwarfen, kam die Feuerwehr Munderkingen nicht mehr zur Ruhe. Mit ihrer Motorspritze fuhren sie nach Ulm und halfen dort der Feuerwehr Ulm.
1945 – 1956
Mit der bedingungslosen Kapitulation am 08. Mai 1945 begann für die Feuerwehr Munderkingen eine Zeit bitterer Not. Wie überall im französischen Besatzungsgebiet begann die Militärregierung mit der Neuorganisation der Feuerwehren ab 01. Oktober 1945. Waren viele Feuerwehrmänner aus dem Krieg nicht mehr heimgekehrt, so wurde die Mannschaftsstärke der Wehr durch die französische Militärregierung drastisch heruntergesetzt. Wie überall, erfolgte auch bei der Feuerwehr Munderkingen eine politische Säuberungsaktion. Schon nach wenigen Tagen musste alle schriftlichen Unterlagen jeglicher Art abgeliefert oder vernichtet werden, was auch peinlichst genau befolgt wurden. Aus diesem Grund fehlen auch viele Daten von Bränden und es gibt auch wenig Unterlagen über alle Vorkommnisse bei der Freiwilligen Feuerwehr Munderkingen zwischen 1932 und 1945.
Mit einem Mannschaftsstand von 29 Mann übernahm Josef Sauter, eingesetzt durch die französische Militärregierung, das Kommando der Feuerwehr Munderkingen am Ende des Jahres 1946. Liest man einmal die vielen Verordnungen und die auszufüllenden Fragebögen in dieser Zeit, die der Kommandant neben der eigentlichen Wiederaufbauarbeit einer einsatzfähigen Truppe zu berücksichtigen hatte, so kann man den Verdienst Josef Sauters um die Feuerwehr Munderkingen erst recht ermessen.
Besonders schwierig war in den ersten Nachkriegsjahren die Wiederbeschaffung von Ausrüstungsgegenständen und Geräten. Dasselbe traf auch für Feuerwehrschläuche zu. Eine Ersatzbeschaffung war zunächst aus rohstoffbedingten Gründen nicht möglich. Wegen Geldmangel ging auch nach der Währungsumstellung der Träger der Feuerwehr trotz der bald einsetzenden Liefermöglichkeit nur zögernd an die Neubeschaffung teurer Feuerwehrgeräte. Nur Dank den anstrengenden Bemühungen des neuen Kommandanten Wilhelm Ege gelang es, Schritt für Schritt die begonnene Wiederaufbauarbeit seines Vorgängers zu vollenden. Mit dem Umzug in das Schrannengebäude und der Übergabe des neuen Löschfahrzeugs LF 15 am 15. Mai 1951 wurde der Wiederaufbau endgültig vollendet.

Somit war aber auch das Gerätemagazin der Feuerwehr im Rathaus zu klein und man zog in das Schulgebäude (ehemalige Schranne) ein. Dort fühlte sich die Feuerwehr wohl, zumal von der Alarmanlage angefangen bis zu den teilweise automatisierten Toren alles zweckmäßig war.


Mit der Einführung der Weckerlinie in Munderkingen konnte die Schlagkraft der Feuerwehr nochmals erhöht werden. Zu diesem Zweck wurde beim Kommandanten Ege eine Drucktaste installiert. Mittels Alarmglocken waren die Feuerwehrmänner miteinander verbunden. Im gleichen Jahr wurde auch wieder der Württembergische Feuerwehrverband ins Leben gerufen, der 1937 wie so viele Verbände zwangsweise aufgelöst wurde. Ebenso wurde der Kreisfeuerwehrlöschverband wieder neu gegründet.
1956 - 1980
1956 mussten nach den Vorschriften des neuen Feuerwehrgesetzes alle Kommandanten neu gewählt werden. Am 08. August 1956 fand die Wahl des Kommandanten und seines Stellvertreters statt. Zum Kommandanten wurde Hans Friedrich Weiss und Helmut Zimmermann zum Stellvertreter gewählt.
Kommandant Weiss hatte ein schweres Amt übernommen. Die Wasserversorgung bei Bränden außerhalb des Stadtgebiets war oft sehr schlecht. So setzte er sich für die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeugs ein. Dieses wurde 1962 der Feuerwehr Munderkingen übergeben.

Die Anforderungen, die an die Feuerwehr Munderkingen gestellt werden, haben sich in den letzten Jahrzehnten vollständig geändert. Aus den Männern, die - im ursprünglichen Sinn des Wortes - dem Feuer wehrten, wurde eine hochspezialisierte Truppe, die für Brandbekämpfung ebenso ausgebildet sein muss wie für Schadstoffeinsätze oder technische Hilfeleistung. Dies wurde auch vom Kommandanten Weiss erkannt, der die Ausbildung auch in diese Richtung lenkte. Damit war auch das Zeichen gegeben, sich intensiv um die Anschaffung eines Gerätewagens zu bemühen. Dies besonders, da der Kreisbrandmeister der Stadt die Beschaffung eines Gerätewagens nahe legte, um die Stützpunktfunktion nicht zu verlieren.
Als im Zuge der Kreis- und Gemeindereform die bisher selbstständige Feuerwehr Algershofen übernommen wurde, war dies keine leichte Aufgabe. Zu vielfältig waren die Ansichten und zu verschieden die Grundlagen der 2 Wehren. Sowohl von der Ausrüstung als auch in finanzieller Hinsicht. Alles musste aufeinander abgestimmt und ausgeglichen werden.
Aus Altersgründen musste Kommandant Weiss auf eine erneute Kandidatur verzichten. Mit überzeugender Mehrheit wurde Robert Bertsche im Jahre 1980 zum neuen Kommandanten der Feuerwehr Munderkingen gewählt. Ansgar Veser wurde sein Stellvertreter.
In Würdigung seines Amts wurde Hans Friedrich Weiss zum Ehrenkommandanten ernannt. In der Zeit von 1968 bis 1975 war er auch der 1. Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, stv. Kreisbrandmeister des Kreises Ehingen von 1967 bis 1973 und stv. Kreisbrandmeister des Alb-Donau-Kreises von 1973 bis 1982..
1980 bis heute
1988 zog die Feuerwehr aus dem Schulgebäude aus und zog in das neue Feuerwehrgerätehaus ein. Es wurde im Zuge der Stadtsanierung gebaut.

Auch als Ersatzbeschaffung stand 1988 ein neues TLF 16/25 an. Auch ein neuer MTW wurde 1988 beschafft.
1997 wurde eine neue Fahne angeschafft und dies mit einer Fahnenweihe gebührend gefeiert. Das Motiv war das gleiche wie die alte.
Lange herbei gesehnt wurde ein RW II, der im Jahr 2000 dann geliefert wurde und den GW-Öl ablöste. Das Fahrzeug GW-Öl fährt seitdem als Kommandowagen zum Einsatz.
Im Jahre 2001 wurde ein Schleifensystem bei der Feuerwehr Munderkingen eingeführt. Dies ermöglichte einen gezielten Einsatz von Personal.
Als im Kreis im Jahr 2006 die digitale Alarmierung eingeführt wurde, war die Feuerwehr Munderkingen im Altkreis Ehingen die erste Feuerwehr, die digital alarmierte.
Die Kommandanten der Feuerwehr Munderkingen
Anton Mohn 1863 – 1864
Wilhelm Braunger 1864 – 1872
Xaver Gläsle 1872 – 1874
Florian Hörger 1874 – 1882
Guiloume Grellet 1882 – 1885
Wilhelm Fischer 1885 – 1902
Moritz Jopp 1902 – 1905
Gilbert Most 1905 – 1919
Carl Blank 1919 – 1935
Max Sauter 1935 – 1941
Robert Neff 1941 – 1945
Josef Sauter 1945 – 1949
Wilhelm Ege 1949 – 1956
Hans Friedrich Weiss 1956 – 1980
Robert Bertsche 1980 – 1990
Gerold Roth 1990 – 2000
Franz Mayer 2000 – 2005
Kurt Hagel seit 01.01.2006