Donnerstag, 15. November 2018
Notruf: 112

Löschübung "Holland-Fire" in Rottenacker

Eine außergewöhnliche Feuerwehrübung hat am Samstagmorgen in Rottenacker stattgefunden, zu der Abordnungen vieler Wehren aus dem Alb-Donau-Kreis gekommen sind. Auch ein Fahrzeug der Feuerwehr Munderkingen hat sich an der nicht alltäglichen Übung beteiligt.

Die Abteilung Donaustetten der Ulmer Feuerwehr führte das „Holland-Fire-Löschsystem“ im Einsatz vor. Frank Glaser, Kommandant in Donaustetten, erklärte, dass damit durch eine leistungsstarke Hydraulikpumpe und eine schnell verlegbare Schlauchleitung bis zu 8000 Liter Löschwasser pro Minute an die Einsatzstellen gepumpt werden können. „Bei einem Großbrand im Industriegebiet könnten wir Probleme mit der Löschwasser-Versorgung bekommen“, so Rottenackers Feuerwehrkommandant Gerd Grözinger. „Dafür bietet das Holland-Fire-Löschsystem eine gute Lösung.“

Erster Treffpunkt am Fischerheim
Erster Treffpunkt der interessierten Feuerwehrleute mit der Einsatzgruppe aus Donaustetten war das Fischerheim in Rottenacker. Hier fuhr das Feuerwehrfahrzeug aus Ulm mit den beiden „Holland-Fire-Containern“ vor. „Wir laden jetzt die schwimmbare Hydraulikpumpe ab und bringen sie in den Teich“, erklärte Glaser. „Um 8000 Liter pro Minute bei einem Druck von 2,5 bar liefern zu können, brauchen wir eine Wassertiefe von 70 Zentimetern.“ Die leistungsstarke Tauchpumpe sei auch bei Hochwasser einsetzbar, so der Donaustetter Kommandant.

Aus dem zweiten Container des „Holland-Fire-Löschsystems“ wurde am Samstag eine Leitung aus sogenannten „F-Schläuchen“ zum Rottenacker Industriegebiet verlegt. „Das geht vom LKW aus und mit einer Geschwindigkeit von 40 Stundenkilometern“, erklärte der Donaustetter Fachmann: „Wir haben 1250 Meter an Bord.“

Im Industriegebiet warteten drei Löschfahrzeuge aus Rottenacker, Munderkingen und Ulm, die bereits nach einigen Minuten mit dem Löschwasser vom „Holland-Fire-System“ versorgt wurden. Frank Glaser erklärte, dass zunächst in Donaustetten eine Rüstzeit von rund 30 Minuten nötig sei. „Während dieser Zeit fährt der Gruppenführer aber bereits zur Einsatzstelle, um zu erkunden, wie das System eingesetzt werden kann.“ An Bord seines Fahrzeugs seien 160 Liter Diesel, sodass das Löschsystem rund sechs Stunden „völlig autark“ arbeiten könne, erklärte Glaser. Durch die Ausrückzeit und die möglicherweise lange Anfahrt sei das „Holland-Fire-System“ sicher kein Mittel für den Erstangriff, sagte Kreisbrandmeister Ralf Ziegler: „Die Wehren vor Ort müssen Brände rund eine Stunde bekämpfen können, ohne die Hilfe durch das Löschsystem.“

Lösung für Wasserproblem
„Das ist eine gute Sache, die wir in Rottenacker gut nutzen können, wenn wir ein Problem mit der Löschwasser-Versorgung haben“, so Rottenackers Kommandant Gerd Grözinger.

Das „Holland-Fire-Löschsystem“ wurde in den Niederlanden entwickelt. Acht der Systeme sind in Baden-Württemberg stationiert, seit 2012 in Donaustetten, um die örtlichen Wehren bei Großbränden zu unterstützen. „Wenn nötig rücken wir im Bereich des gesamten Regierungsbezirks Tübingen mit unserer leistungsstarken schwimmenden Pumpe und dem schnellen Schlauch-Abrollsystem aus“, erklärte Frank Glaser aus Donaustetten am Samstag in Rottenacker.

Quelle: schwaebische.de

















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